Aktualisiert 10.01.2022

Französisches Kaperschiff LE TONNANT (1793)

Text und Fotos: Horst Schuller

Rumpf bei Übernahme

Als ich 1982 mein Modell der LA COURONNE 1636 fertiggestellt hatte, waren bei mir klare Vorsätze entstanden wie mein neues Projekt auszusehen hatte. Es sollte ein Holländer sein, für deren Schiffsformen ich mich schon damals begeisterte.

Es kam anders; die Wirklichkeit holte mich in Form eines verwaisten Rohmodells ein. Holland musste warten. Mein Bruder, der mit einer Bemerkung zum „notwendigen Holzmodellbau“ meine eigene Baulust erst provoziert hatte, verlor selbst die Lust daran und hinterließ mir einen halbfertigen Schiffsrumpf.

So kam die Aufgabe auf mich zu, dieses Projekt zu Ende zu bringen. Ich muss zugeben, dass ich wegen der Formschönheit des Modelles auch große Lust dazu empfand.

Der Bau schritt vorran

Es handelte sich um den Kaperfahrer LE TONNANT aus der Zeit des Endes der französischen Revolution, bzw. dem Beginn der Napoleon-Ära. Die Pläne stammten von Vincenzo Lusci. Das Ganze war in Vollspant-Bauweise im AMßstab 1:100 vorgesehen.
Die Frage der historischen Authentizität des Schiffes ist mit Vorsicht zu genießen. Aber als Schiffstyp ist es sicher zu akzeptieren.

Mein Bruder hatte den Rumpf bereits soweit gebaut, dass meine Arbeit mit der Furnierbeplankung des Rumpfes begann. Der Heckspiegel und die Innenschotts waren zu gestalten, Decksausrüstungen wie Knechte und Belegstellen sowie das Beiboot waren zu ergänzen, und vor allem, die umfangreiche Bemastung und Takelage war zu erstellen. Als Ergänzung für die Takelarbeiten hatte ich mir zwischenzeitlich noch die hervorragenden Pläne des zeitgleichen, amerikanischen Kaperschiffes RATTLESNAKE besorgt.

Das Galion

Dieses Mal traute ich mich sogar an die Besegelung heran. Allerdings ging das nicht ohne die Näharbeiten meiner Frau. Sie nähte sowohl die Umrisse mit Umschlag als auch die angedeuteten Stoffbahnen. Mir blieb nur das Annähen des Liektaues mit den Schothönern und die Takelanschlüsse.

Die Menge der zukaufbaren Zubehörteile hatte ich bis auf die Juffern und Kanonenrohre minimiert. Auch die Blöcke hatte ich selbst gefertigt.

Das Ergebnis hat mir selber gut gefallen, und es hat inzwischen seinen Aufstellungsort bei einer meiner Töchter gefunden.

Anmerkung der Redaktion: Zum Original der LA TONNANT konnte nichts definitives herausgefunden werden. Vermutlich handelt sich um ein historisch nicht existentes Vorbild welches nach den Plänen der erwähnten RATTLESNAKE nachempfunden wurde. Wenn jemand genaues dazu weiß, würden wir uns über Hinweise freuen.


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