Aktualisiert 28.09.2019
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Wer sind wir? - Das Profil


Der Mensch und das Wasser - Das Wasser und die Schiffahrt üben seit jeher auf viele Menschen einen großen Reiz aus. Manche treiben Wassersport und wieder andere interessieren sich für die historische Entwicklung der Schiffahrt und insbesondere auch der verschiedenen Boote und Schiffe. Wie Funde belegen, haben die Menschen sich schon seit Jahrtausenden Modelle von Booten und Schiffen gemacht. Der Zweck dieser Modelle reicht dabei vom offensichtlichen Spielzeug, über magisch-rituelle-spirituelle Funktionen, wie z.B. im Alten Ägypten, bis hin zur Veranschaulichung von technisch-wissenschaftlichen, ökonomischen oder historischen Zusammenhängen.

LA CREOLE (1827) – Modell im Bau von Johann Forstner

Schiffsmodelle – Ihr Bau durch Amateure ist ein neueres Phänomen, das sich ab dem Ende des 19. Jahrhunderts zu entwickeln begann, als immer mehr Menschen über freie Zeit verfügten. Die Bandbreite reicht dabei von der mehr spielerischen Beschäftigung mit (ferngesteuerten) Fahr-Modellen bis hin zur dreidimensionalen Verifikation und Dokumentation eigener historischer Forschung, je nach Interesse, praktischem Talent und Ambition.

Plan aus dem Archiv der dänischen Marinewerft

Historische Forschung in Archiven und Museen ist zeitaufwendig und auch kostenintensiv, da z.B. Reise- oder Reproduktionskosten anfallen. Manche ‘Amateure’ (im ursprünglichen Sinn des Wortes) haben sich dabei zu veritablen Fachleuten entwickelt, die durchaus akademisch gebildeten Kollegen ebenbürtig sein können. Aber nicht jeder ist dazu zeitlich und wirtschaftlich in der Lage, besonders, wenn er noch im Berufsleben steht und die Familie die nötige Aufmerksamkeit erfordert. Andere haben auch kein Interesse an solchen Arbeiten, sondern bei ihnen steht die kunsthandwerklich-manuelle Tätigkeit des Bauens im Vordergrund – und trotzdem möchten sie nicht auf historische und Sachtreue verzichten.

Vortrag während einer Jahreshauptversammlung

Erfahrungsaustausch - Damit sich diese unterschiedlichen Interessen ergänzen können, um die eigenen Erkenntnisse und Erfahrungen mit denen Anderer vergleichen zu können haben sich 1964 eine Reihe von schiffahrts- und schiffbaugeschichtlich Interessierte und Schiffsmodellbauer im Arbeitskreis historischer Schiffbau e.V. zusammengeschlossen.
 
Über 5000 Jahre Schiffbaugeschichte sind ein so weites Feld, das kaum noch von einem Einzelnen überblickt oder gar im Detail erfaßt werden kann. Das Interesse und die Motivation kann auch sehr unterschiedlich sein und sich auf bestimmte Zeitabschnitte, Schiffstypen oder Regionen konzentrieren. Der Arbeitskreises möchte Gelegenheiten zum Teilen und Mitteilen dieses Wissen schaffen.


Kommunikation – – Zu eben diesem Teilen und Mitteilen hat der Arbeitskreis 1965 die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift DAS LOGBUCH ins Leben gerufen. DAS LOGBUCH dient auch der Weitergabe anderer Informationen von maritimem Interesse und zu Hinweisen auf entsprechende Veröffentlichungen, z.B. durch eine Zeitschriftenschau und Buchbesprechungen, sowie Veranstaltungen.

Mitglieder des AK rudern die LUSORIA während der JHV 2007

Persönlicher Kontakt - Natürlich kann man sich per Brief, Telephon und, heute, per Email austauschen. Die Erfahrung zeigt aber, daß ein solcher Austausch sehr durch persönliche Bekanntschaft gefördert wird. Die Jahreshauptversammlung des Arbeitskreises dient nicht nur dazu, den vereinsrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen, sondern ist eine Gelegenheit, über ein Wochenende hin den persönlichen Kontakt aufzubauen und zu pflegen, sowie gemeinsam Orte von maritimem Interesse, wie Museen, zu besuchen. Die gastgebenden Institutionen ermöglichen dabei den Teilnehmern häufig auch einen Blick ‘hinter die Kulissen’, was sonst einzelnen Besuchern nicht möglich ist. Der Austausch unter den Mitgliedern wird auch durch mehr oder weniger regelmäßig stattfindende regionale Treffen vertieft.

Diskussion -Im letzten Vierteljahrhundert haben sich durch die Entwicklung des Internets ganz andere Kommunikations-, Austausch-, Recherche- und Informationsmöglichkeiten ergeben. Internet-Fora haben diese Möglichkeiten internationalisiert und erlauben auch denjenigen, die nicht in einer der Metropolen oder Küstenstädte leben, aktiv an diesem Austausch teilzunehmen. Die Fora ersetzen keineswegs persönlichen Treffen, vielmehr haben sie das Interesse an gemeinsamen Aktivitäten erstarken lassen. Im Forum des Arbeitskreises werden Recherche-Ergebnisse zur Diskussion gestellt, wobei erfahrene Mitglieder dabei helfen können, die Spreu der Suchmaschinen vom Weizen der Information zu trennen. Auch praktische Erfahrungen bei Modellbauprojekten werden ausgetauscht.


Mitgliedschaft - Wenn Sie bis hierher mit dem Lesen durchgehalten haben, haben Sie hoffentlich einen Einblick in die Ziele, Tätigkeiten und Angebote des Arbeitskreises bekommen. Seine Mitglieder setzen sich aus ‘Gebenden’ und ‘Nehmenden’ sehr unterschiedlichen Hintergrundes und unterschiedlicher Erfahrungstiefe zusammen, die alle der Wunsch verbindet, Licht in die Geschichte des Schiffbaus zu bringen und den Schiffsmodellbau auf eine historisch fundierte Grundlage zu stellen. Dazu sind viele Puzzle-Steine notwendig und Sie können einer davon sein!


Rückblick - Etwa ab 1950 gründeten Schiffsmodellbauer örtliche Vereine, um gemeinsam Werkstätten, Clubräume und Gewässer für Fahrmodelle zu schaffen. Daneben fanden sich überörtlich Modellbauer und Schiffsliebhaber zur Erarbeitung von geschichtlichem Wissen in der „Vereinigung deutscher Schiffsmodellbauer“ zusammen. Diese Vereinigung ging in dem 1958 als Dachverband aller Schiffsmodellbauer gegründeten NAUTICUS e.V. auf. Die freundschaftlichen Beziehungen unter den historisch interessierten Schiffsliebhabern blieben aber weiter bestehen. In Mainz fand 1961 ein erstes überörtliches Treffen statt. Dieses Treffen wird jährlich mit Vorträgen in verschiedenen Städten Deutschlands und manchmal auch des nahen Auslandes bis heute fortgeführt. Sie sind gleichzeitig die Jahreshauptversammlung des 1964 in München gegründeten Arbeitskreises historischer Schiffbau e.V.
Daneben werden dezentral von Freiwilligen regelmäßig wiederkehrende regionale Treffen in verschiedenen Städten in ganz Deutschland veranstaltet, zu denen auch Gäste willkommen sind. Gruppen von Freiwilligen organisieren auf größeren Modellbaumessen einen Stand des Arbeitskreises, auf dem aktuelle Arbeiten gezeigt, Arbeitsmethoden vorgeführt und auch gefachsimpelt werden kann. Die Werbung neuer Mitglieder ist natürlich auch ein Ziel.

Stand des Arbeitskreises auf einer Messe



Horst Parchatka, Karl-Josef Baum✝, W. Eberhard Falck

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