Aktualisiert 30.08.2018

Panzerkanonenboot S.M.S. CROCODILL

Klaus Lingenauber

Gesamtansicht Steuerbord

An einem Sommertag im Jahre 1900 liegt S.M.S. CROCODILL vor der Nordseeküste auf Reede. Die ausgestreckte Kette hält das Schiff an einer Festmachertonne. An Backbord passiert eine Spitzmutte unter Segeln, von Steuerbord nähert sich ein Marine-Dampfbeiboot Kl. 1. mit einem Offizier in der Plicht. Das Panzerkanonenboot ist von einer Übung im Wattenmeer zurückgekehrt. Das Flaggensignal am Signalmast weist auf einen defekten Kessel hin, es wird Hilfe erwartet. Die Mannschaft nutzt das gute Wetter um gewaschene Kleidungsstücke im Wind zu trocknen. Auf dem Backdeck wird aufgeklart. Durch die Manöverfahrten zeigt das Schiff Gebrauchsspuren. Dort wo die Mannschaft nicht herankommt, macht sich Rost und Schmutz breit. Die Beiboote liegen seefest unter Persennings. Nur ein Kutter liegt fertig zum Ausschwenken auf seinen Barrings. Oberlichter und Türen sind zum Lüften geöffnet.

Gesamtansicht Backbord

CROCODILL war eines von elf bei der A.G. Weser in Bremen gebauten Panzerkanonenboote der WESPE-Klasse. Die Einheiten waren zur Verteidigung der flachen deutschen Küstengewässer vorgesehen. Das 1100 t große Schiff lief 1879 vom Stapel und war ursprüglich nur mit einer 30,5 cm Ringkanone bewaffnet. Ab 1883 wurden alle Schiffe dieser Klasse zusätzlich mit je zwei Unterwasser-Bugtorpedorohren, zwei Ringkanonen 8,7 cm L/24 und zwei Revolverkanonen 3,7 cm bewaffnet. Die Besatzung konnte bis zu 88 Mann betragen. Das Schiff war selten in Dienst, wenn dann meist zu Übungen in der Ostsee. 1911 wurde das inzwischen in KROKODIL umbenannte Schiff aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und bis 1918 als Werkstattschiff in Wilhelmshaven aufgebraucht.

30,5 cm Ringkanone

Mein Modell im Maßstab 1:250 basiert auf einem Kartonmodellbogen. Der Bogen wurde jedoch nach vorliegenden aktuellen Forschungsergebnissen erweiter bzw. geändert. Das umfasste u.a. den Decksbelag des Oberdecks, die Geschützerker achtern und die Grundrissform des Kommandostandes. Das Modell zeigt das Schiff nach dem Umbau, jedoch nicht im finalen Ausrüstungsstand als Kriegsschiff. Später wurde offenbar noch der Aufbau nach achtern verlängert. Das Modell ist 18,4 cm lang und aus Karton, Papier, Draht, Kunststoffborsten und Serafilgarn gebaut.

Modell der S.M.S. WESPE

Dem Wasserlinenmodell im Diorama steht ein Vollrumpfmodell der WESPE gegenüber. Das Vollrumpfmodell – ebenfalls nach dem erwähnten Kartonmodellbogen gebaut – zeigt das Schiff, wie es 1876 in Dienst gestellt wurde (ohne die erweiterte Bewaffnung, den Kommandostand, die Bootsbarrings, die Schilde um das Hauptgschütz und den Signalmast)

In folgenden LOGBUCH-Ausgaben gibt es Beiträge zu dieser interessanten Schiffsklasse:
Heft 3 1974, Heft 2 1983 und Heft 2 2015

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