Aktualisiert 07.12.2020

Die Galiot Stadt Elbing von 1738

Text und Fotos: Siegfried Averhoff

Die Galiot "Die Stadt Elbing" wurde 1738 in Elbing für den Kaufmann Heinrich Döring erbaut. Sie lief am 6. September 1738 vom Stapel und war seit längerem das erste größere Schiff, das wieder auf einer Elbinger Werft entstand.
Die genauen Maße des Schiffs sind dokumentiert, zudem gibt es von ihm einen zeitgenössischen Kupferstich, angefertigt von Johann Friedrich Endersch.
Am Heck führt die Galiot die Flagge der Stadt Elbing. Der rot-weiße Stander im Großmast steht für die Schutzmacht Polen. Die roten Tuchwimpel an den Mastspitzen waren Windanzeiger. Als Gösch wurden seinerzeit gewöhnlich die Hauskontor- oder Reedereiflaggen gefahren. Man kann annehmen, dass die im Kupferstich dokumentierten zwei Engel, die das Stadtwappen halten, als Kontorflagge von Heinrich Döring Verwendung fanden.

Die Galiot war ursprünglich ein im 17. Jahrhundert in den Niederlanden entwickelter Schiffstyp, der besonders in der Küstenfahrt wie auch in der Nordsee eingesetzt werden sollte. Die Galioten gab es in vielen Variationen in Bezug auf Größe, Takelage und Einsatzgebiet. Die hier vorgestellte Galiot gehörte zu den größten ihrer Art. Man baute sie in Holland sowie an der ganzen deutschsprachigen Nord und Ostseeküste. In Pommern waren diese damals sehr beliebt, denn sie hatten viel Laderaum, einfache Bedienung der Segel und geringen Tiefgang. Letzterer war wegen der ungünstigen Wassertiefe im Frischen Haff und Elbingfluss von Bedeutung. Diese Schiffe sollten nicht nur größere Seereisen unternehmen können sondern auch so weit wie möglich die Flussmündungen hinauffahren. All diesen Anforderungen wurde zu dieser Zeit die Galiot gerecht.

Gebaut wurde das Modell im Maßstab 1 : 50 mit einer Länge von 82 cm, eine Breite von 20 cm und eine Höhe von 67 cm nach den Plänen von Gerhard Salemke ("Galiot von 1738 - Die Stadt Elbing", Sonderheft der Zeitschrift Das Logbuch, 1977, Arbeitskreis historischer Schiffbau e.V.), nach Fotos eines identischen Modells im Deutschen Schiffahrtsmuseum und nach dem Kupferstich von Johann Friedrich Endersch.


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