Neben meinem Modell der Museumsdampyacht MEDEA von 1904, die ich hier ebenfalls vorgestellt habe, wollte ich eine etwas größere Dampfyacht aus dieser Zeit zum Größenvergleich zu meinen Ozeanlinern in M 1:100 ebenfalls bauen.
Dampfyacht POLLY
Text und Fotos: Michael Schneider
Der Modellbauplan in M 1:100 der Dampfyacht POLLY, gebaut 1898 von der Werft John Thornycroft in Quebec, stammt von Dipl.-Ing. Jaroslav Ripa, gezeichnet 1990, den ich 2004 von der Fachbuchhandlung Christian Schmidt in München erworben habe. Was leider fehlt, ist die notwendige Verifizierung des Originals, ich konnte die Werft John Thornycroft in Quebec nicht feststellen, ebenso wenig das Original. Das einzige sind alte Artikel um 1900 in der New York Times, wo eine Dampfyacht POLLY im Hafen von New York erwähnt wurde. Durchaus möglich, dass die Dampfyacht entlang der Ostküste von Quebec nach New York dampfte. Als Stand-Alone-Modell wäre dies unbefriedigend, aber als typische Dampfyacht zum Größenvergleich zu meinen Ozeanlinern in M 1:100 erfüllt sie ihren Zweck.
Im Unterschied zur MEDEA habe ich auf dem wesentlich voluminöseren Rumpf die Plattenstraaks mit Papierstreifen angedeutet.
Abmessungen und Angaben des Originals laut Plan:
Länge b. P.: 42,50 m
Länger ü. A. ohne Bugspriet: 51,50 m
Länger ü. A. incl. Bugspriet: 58,00 m
Breite: 8,50 m
Tiefgang: 4,00 m
Bruttotonnage: 650 BRT
Besatzung: 10 Mann
Geschwindigkeit: 9 Knoten
Antrieb: 1 Schraube, Dampfantrieb, 600 PS
Einige Informationen zum Modell der POLLY in M 1:100:
Gebaut ist sie nach meiner üblichen Methode mit Rumpf und Aufbauten in Schichtholz und Decks aus Flugzeugsperrholz. Der Rumpf wurde mit GFK überzogen. Die Plattenstraaks wurden mit epoxidgetränktem Papier aufgeklebt.
Die Decks wurden mit dünnflüssigem Sikkens Cetol HLS Altkiefer (leider nicht mehr dünnflüssig erhältlich) dünn lackiert. Die Kalfaterung wurde mit Staedtler Pigment Liner 0,05 mm schwarz im Plankenabstand 1,5 mm aufgezeichnet und mit dünnem Revell Matt 2 Klarlack überlackiert. In M 1:25 habe ich die Seitenwände mit Fenstern, Oberlichter, Bullaugen, etc. gezeichnet, die per Laserfarbkopierer auf M 1:100 verkleinert wurden. Diese Farbkopien wurden mit Epoxidkleber aufgeklebt und mit Klarlack getränkt. Die Masten bestehen aus Messingstäben, die mit mit Messingrohren verklebt und konisch geschliffe wurden.
Weitere Bauteile sind z. B. der Messingschornstein, acht (von ca. 700) selbst geätzten Deckstühlen oder modifizierte Figuren in 16 bis 18 mm Größe, etc. Wie meine anderen Modelle habe ich sie auf Stapelklötzen “eingedockt”. Neben den großen Linern in M 1:100 bietet sie einen reizvollen Kontrast.
Ausführliche Informationen zu diesem Modell finden sich im Modellbauforum in meinem Beitrag „Dampfyacht MEDEA von 1904, weitere Dampfyacht in M 1:100“.
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