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Boote und Schiffe im Amazonas-Gebiet -- Teil 2
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Eberhard Falck |
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Während der Zeiten hohen Wasserstandes bewegt sich Alles auf dem Wasser. Die Kinder spielen dort und paddeln mit dem Kanu in die Schule
(Abb.11). Abb.11 Das Verkehrsmittel der Kinder im Dschungel5> |
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Natürlich dienen die Boote auch zum Fischen (Bild links). Dabei werden die Kanus, wie mir mein Indioführer erzählte, im Dschungel auf den kleineren Seitenarmen vorne sitzend gepaddelt, um Hindernisse rechtzeitig erkennen zu können. Falls sich ein Kanu auf den eigentlichen Amazonas hinaus wagt, wird es im Heck sitzend gepaddelt. |
Vergleicht man die wenigen Kanus, die ich gesehen habe mit der spärlichen Literatur (vgl. HARTMANN, 1984, und Literaturangaben darin), die es zu diesem Thema gibt, so
muss man zum Schluss kommen, dass nicht viel von der ursprünglichen Bootsbautradition erhalten ist. Aber auch schon FRIEDERICI (1907) bemerkte in seiner Auswertung der seinerzeit vorhanden Literatur,
dass es offenbar schon bald nach dem Erscheinen der Europäer in Südamerika zu einer Veränderung der Bootsbaumethoden kam.
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Abb.13 Ein mit Planken aufgehöhter Einbaum(?) im Dschungel östlich von Manaus |
Abb. 14 Ein Plankenboot(?) im Dschungel östlich von Manaus |
Belém |
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Streng genommen liegt Belém nicht am Amazonas, aber es liegt immerhin in seinem Einzugsgebiet. Aus maritimer Sicht ist es vor allem wegen seiner altertümlich anmutenden, seegehenden Fischerboote (Abb.15). Die Rumpfform erinnert an europäische Schiffe des 16. Jh. oder an arabische Dhaus, wobei diese äußere Verwandtschaft nicht ganz zufällig sein dürfte und in beiden Fällen dem portugiesischen Einfluss zuzuschreiben ist. Zu zeitgenössischen portugiesischen Booten besteht allerdings keine Ähnlichkeit (vgl. GOMES, 1997). Die Heckaufbauten erinnern wiederum eher an die Flussschiffe des Amazonas (Abb.16). Der Rumpf weist insgesamt scharfe Wasserlinien und einen steilen, geraden Vorsteven auf. Das Deck wird von einer Reling mit schön gedrechselten Säulen eingefasst (Abb.17). |
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Abb.15 Fischerboote im alten Hafen von Belém |
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Abb.16 Fischerboote am Kai des Mercado Ver-o-Peso (einer anderen Eiffel-Konstruktion) in Belém. |
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Abb.17 Fischerboote in Belém |
Abschließend sei noch bemerkt, dass ich ein charakteristisches Wasserfahrzeug Brasiliens, das jeder Tourist z.B. am Strand von Recife zu sehen bekommt, übergangen habe: die Jangada. Sie ist eigentlich ein Floß. Wohl wird sie auch auf dem Mündungstrichter des Amazonas gebraucht, ist aber wohl vor allem ein Fahrzeug der Küstenfischerei. |
Literatur: Leider gibt es nur wenig brauchbare Literatur zu den Booten und Schiffen Brasiliens. Das einzige rezente Buch zu diesem Thema war zwar im Laden des kleinen Marinemuseums in Salvador de Bahia ausgestellt (2002), aber nicht zu kaufen, weil vergriffen. CAMARA, A.A. (1888): Ensaio sobre as construções navaes indigenas do Brasil.- Rio de Janeiro). (zitiert in FRIEDERICI, 1907). FRIEDERICI, G. (1907): Die Schiffahrt der Indianer.- 130 S., Studien und Forschungen zur Menschen- und Völkerkunde, Stuttgart (Verlag von Strecker & Schröder), Nachdruck bei Horst Hamecher, Kassel) GOMES, T. (1997): Embarcações Portuguesas - Portuguese Boats.- 121 S., Lisboa (Edições Inapa). GREENHILL, B., MORRISON, J. (1995): The Archaeology of Boats & Ships - An Introduction.- 288 S., London (Conway Maritime Press). HARTMANN, G. (1984): Boote aus dem übrigen Südamerika.- S. 237-252 in: KOCH, G. [Hrsg.] Boote aus aller Welt - Katalog der Ausstellung 30.01.-05.05.1985, Berlin-Dahlem, Berlin (SMPK/Frölich & Kaufmann). ROOP, W.P. (1935): Watercraft in Amazonia.- Woobury, N.J. (gelistet in: NATIONAL MARITIME MUSEUM [Hrsg.] (1971?): The Development of the Boat - A Select Bibliography.- 120 S., Greenwich (National Maritime Museum). |
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