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Arbeitskreis historischer Schiffbau e.V. |
Der Holländische Zweidecker 1665 nach WINTER
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Nachtrag zum Schiffsmodell
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Am 14.Februar 2002 wurde ein erster Bericht über das Projekt unter dem
Titel
"Wie wird man Schiffs-Modellbauer" in unserer Arbeitskreis-Hompage
veröffentlicht. Die damaligen Fotografien waren in der Qualität nicht befriedigend. Detailfotos sollten nachgeliefert werden. Inzwischen sind sechs Jahre vergangen. Mit der heutigen Aufnahmetechnik mittels Digitalkamera sind bessere Bildqualitäten erreichbar geworden In der letzten Zeit gab es viele Nachfragen zum Projekt |
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| Rekonstruktionsversuch und Nachbau des historischen Modellschiffes Holländischer Zweidecker von 1664 nach WINTER-Buch auch Berliner Modell oder Hohenzollernschiff oder HZ genannt" (Abb. mit freundlicher Genehmigung des Verlags) |
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| Die Lage und die besonderen Verarbeitungstechniken des " Stehenden Gutes " ließen sich aus Text
Zeichnungen und Fotos des WINTER-Buches relativ einfach rekonstruieren. Die Wanten der Groß- und Großbramstenge am Großmast sind zwischen Mars bzw. Saling und Want gleitend angeordnet, das heißt sie setzen unten an einer Wurst und oben an kurzen Püttingeisen an, die in Führungen am Rand der Mars bzw. Saling gleiten können (siehe Bild 01 . Dadurch wird der Zug der Stengewanten beim Segeln auf die Unterwanten übertragen und alle Wanten werden dabei auf die gleiche Spannung gebracht. Entsprechend ist auch der Fockmast mit Fock- und Vorbramstenge eingerichtet. Nur das erste Wantpaar bugwärts ist jeweils vollständig gewurmt. In allen Zeichnungen, Fotos und Texten von WINTER fehlen Hinweise auf Art und Lage *** der Besanstengepardune.Da nach den Fotos ein Belegen an der Rüste ausscheidet, werden die Taljen binnenbords belegt. *** des Sprietmastbackstages.Wahrscheinlich ist nach dem von WINTER beschriebenen Bruch des Sprietmastes das Backstag verloren gegangen. Ein Fahren ohne Backstag ist wegen der relativ großen Segelfläche der Vorblinde nicht denkbar, deshalb wird nach Literaturstudium, die bis 1680 übliche Backstagbefestigung am Fockstag B und Vorstengestag C angewendet (siehe Tabelle). Für das stehende Gut waren insgesamt 35 Meter Tau in14 verschiedenen Stärken erforderlich. Zusätzlich wurden für die Webeleinen 48 Meter Tau von 0,16 mm Stärke mit 2.304 Knoten im Höhenabstand von 5,2 mm eingewebt. Stärke der Würste = Wantenstärke + Wurm .Das Ankerkabel ist insgesamt 6,08 Meter lang. Das gesamte Tauwerk wurde braun eingefärbt. Die nachstehende Taustärken-Tabelle ist nach Niederländisch - Amsterdamschen Regeln erstellt. Als Basismaß ist das Großstagtau E nach der Formel: "0,166 % des Großmastdurchmesser an Deck" berechnet und zugrunde gelegt. ( beim beschriebenem Modell im Maßstab 1 : 75 = mit 0,166 x 12 mm = 1,992 mm = 2 mm) |
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| . Stehendes Gut am Hauptmast . |
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| . Bugansicht . |
Heckansicht |
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| . Seitenansicht backbords. . |
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| Deckansichten des Modellnachbaues. . |
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| . Blick auf das Backdeck und Hauptdeck. Nach der Herausnahme der losen Bauteile "Glockenstuhl, Grätings, Decksteile" auf dem Backdeck ist der Zugang zum Hauptdeck möglich - hierbei gewinnt man einen Einblick auf das kleine Spill, und nach dessen Herausnahme auf das vordere Batteriedeck mit Pissback, Ankerbeting, und weiteren Ausrüstungen. Nach der Entfernung von losen Lukendeckel kann man bis in die "Löwengrube" gelangen. . |
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| . Blick auf die Kuhl. Dieser Hauptzugang zum Schiffsinneren ist mit losen Bauteilen des Hauptdecks und des Batteridecks so gestaltet, daß ein decksbreiter Zugang bis zum Unterraum mit Kabelgat, Kombüse, Segelkästen, Kojen, Fässern, Wandlaternen und weiter bis zum Kiel möglich ist. Auf diesem Foto wird mit dem kleinen Spill ein Geschütz zum Batteriedeck transportiert . |
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| . .Blick auf das Halbdeck. Die Staatstreppe zum Staatsraum des Hauptdecks ist vor dem verglasten Schott zu sehen. Im Schott befinden sich zwei offene Zugänge zum Steuerraum. Der Kapitän und ein Offizier stehen vor der Ruhebank am Schott. Ein weiterer Offizier ist über dem backbordseitigen Aufgang postiert. Alle Grätings und die Staatstreppe sind lose, nach ihrer Herausnahme und der Entfernung der losen Bauteile des Hauptdecks ist der Zugang zum Batteriedeck mit Hauptspill, Lenzpumpen, Blutpumpe, Ruderpinnenklinke mit Kolderstock, Pulverkartuschenregalen möglich. Nach Herausnahme des Großspills wird die Sicht bis zum Unterraum und Kiel möglich. . |
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| . Blick auf das Hüttendeck und die Trompeterhütte. Neben dem Kolderstock auf dem Halbdeck führen beiderseits zwei offene Treppenaufgänge durch ovale Öffnungen auf das Hüttendeck. Ihre vermutbare Funktion könnte bessere Sicht und /oder bessere Verständigung bei Gefechtssituationen gewesen sein. In den Zeichnungen des WINTER-Buches sind an dieser Stelle fälschlicherweise und im Gegensatz zu allen WINTER-Fotos an beiden Bordseiten Geschütze und entsprechende Geschützpforten dargestellt. Dieser Fehler pflanzt sich in den Zeichnungen über das gesamte Halbdeck fort. Auch auf dem Hüttendeck sind zwei Decksteile lose eingebaut - nach ihrer Herausnahme gewinnt man einen Zugang in den Steuerraum des Halbdecks mit Blick auf den beweglichen Kolderstock, auf Kompaßhäuschen, Wandlaternen und reichverzierter beweglicher Tür zum Offiziersraum. . |
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| Ansichten vom Bug und Galion des
Modellnachbaues. |
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| . Blick auf das Vorschiff. Unter der Plankenverstärkung sind die Verbindungsstellen Kiel / Vordersteven zu erkennen. Darüber ist der sogenannte "Blasebalg" aus Vollholz zu sehen, mit dem Beschädigungen beim Ankerhieven und beim harten Seegang vermindert wurden. . |
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| . Vorderansicht Bug und Galion. Deutlich sind die in den Niederlanden in jener Zeit üblichen U-förmigen Galionspanten erkennbar . |
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| . Blick auf Galion mit Bugspriet. In der Galionsgräting ist back- und steuerbords ein herausnehmbares Bauteil eingefügt . |
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| . Diese Teile liegen jeweils über den Ankerklüsen, und sollten nach der Herausnahme vermutlich ein "Hinuntersteigen" zum Ein- und Aushaken des Katblockes am Ankerring ermöglichen . |
| Ansichten vom Achterschiff des Modellnachbaues. . |
| . Blick auf das Achterschiff. Am Achtersteven sind die eingeritzten Tiefgangsmarken zu erkennen. Die Stückpforten sind voll beweglich und schmiegen sich der Plankung und dem Verlauf der Barghölzer an. Die vier Speigaten zwischen den Barghölzern sind mit Lederbeuteln versehen, die bei einer Schiffskrägung hochschwimmen und wie ein Rückschlagventil ein Eindringen von Seewasser verhindern. Die auffällige Nagelung auf den Außenplanken diente vorrangig zur Abwehr/Ablenkung von feindlichen Geschossen. Unter den Barkhölzern ist das schwarze Pumpendael zu erkennen über das die beiden Lenzpumpen aus dem Pumpenkasten entwässern können. . |
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| . Seitlicher Blick auf das Heck. Hier sind die beweglichen Entlüftungseinrichtungen für den Offiziersraum und die anrüchige Galerie zusehen . |
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| . Blick auf das Heck von achtern . |
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| . Schnittzeichnung vom Achterschiff des Modellnachbaues. . |
| Ansichten der Heckspiegel des Modellnachbaues. . |
| . Blick auf den geschlossenen Oberspiegel. Eins der vier kippbaren Fenster ist geöffnet, dahinter erkennt man einen rotgoldenen Decksbalken des Staatsraumes. . |
| . Blick nach Öffnung des losen Oberspiegelteiles. Blick in den Staatsraum mit den Seitentaschen, in den darüberliegenden Offiziersraum, in die Trompeterhütte . |
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| . Der herausnehmbare Teil des Oberspiegels. Das Oranjeschild im oberen Teil ist das Wappen des Prinzen WILHELM III von ORANIEN Die vier Wappenviertel sind, von links oben angefangen: NASSAU, KATZENELNBOGEN, VIANDEN, DIETZ. Das ebenfalls gevierteilte Mittelschild zeigtdas zusammengestellte Wappen :ORANIE - CHALONS belegt mit einem Herzschild GENEVE Darüber und darunter noch zwei Herzschilder VEERE und BUREN Umrahmt wird das Wappen vom Ordensspruch des Hosenbandordens: "HONI SOIT QUI MAL Y PENSE" (Verachtet sei, wer Arges dabei denkt). Dieser Orden soll schon 1653 an den zweijährigen WILHELM III durch seinen Onkel KARL II von ENGLAND verliehen worden sein. . |
| . Blick auf die profilierten, rotgold bemalten Decksbalken des Staatsraumen. . |
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| . Blick in den Staatsraum. Geschnitzte Portale umrahmen die Glastüren hinter denen Treppen in Galerien führen. Die Galerien sind jeweils mit einem beweglichen Entlüftungsfenster, einem Klosett mit Messingschüssel , Holzdeckel und Fallrohr ausgestattet. Neben den Aufgängen sind blau verglaste Wandlaternen erkennbar. In der Raummitte steht das prachtvolle Himmelbett. Zwei bewegliche Türen mit Beschlägen und Schnitzereien führen hinaus auf das Hauptdeck zur Staatstreppe. Zwischen und neben diesen Türen befinden am Schott Schränke mit beweglichen Türen und geschnitzten Aufbauten. Zwei Geschütze vervollständigen die Einrichtung. In der ganzen Breite des Raumes ist am Spiegelschott eine Sitzbank eingerichtet in die zwei Entlüftungsluken eingefügt sind. . |
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| . Blick bei geöffnetem Unterspiegel. . |
| . Unter dem Hackbord ist die Herkunft des Modells durch zwei Schilde kenntlich gemacht: links das Schild mit dem kletternden Löwen ist das Wappen der PROVINZ HOLLAND, rechts das Schild mit den gekreuzten zwei Ankern ist das Abzeichen der AMSTERDAMER ADMIRALITÄT: Im oberen festen Teil des Unterspiegels sind vier bewegliche Luken erkennbar, von denen die oberen den Staatsraum, die unteren das Batteriedeck entlüften. Die Öffnungen im Unterspiegel gewähren Einblick auf das Batteriedeck. Gefechtsbereite Geschütze stehen in Brooktauen an den Bordwänden. Hinter der Decksluke zur Pulverkammer stehen nach achtern schwenkbare Pulverkartuschenregale, zwischen denen zwei schmale Durchgänge bugwärts führen. Die Kartuschen zeigen auf rotem Untergrund weiße römische Zahlen zur Kaliberkennzeichnung. An den Bordwänden sind Vertikalkniee, Sand- und Kanonenkugelkästen zu erkennen. Auf dem Leuwagen fährt die bewegliche Ruderpinne zum funktionsfähigen Kolderstock. |
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