Arbeitskreis historischer Schiffbau e.V.

  S.M.S DEUTSCHLAND  

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Warum muss es die 
S.M.S DEUTSCHLAND sein, 
oder 
wie kommt man zum Schiffsmodellbau?

( Friedrich Prinz)
  

Als 9-10jähriger höhlte ich ein Balkenstück aus, sägte es vorn spitz zu und rundetet es hinten ab. Darauf kam ein Sperrholzbrett aus einem ausrangierten Schrank. Vorn erhielt es eine bewegliche Kanone aus Garnrolle und Kanonenrohre aus Nägel . Dahinter eine große Ladeluke mit Kran, damit das Schiff zusammen mit einer Eisenbahnanlage bespielbar war. Ein weiteres Interesse am Ausbau Eisenbahnanlage scheiterte am Projekt Landschaftsbau. Nach Modellierung mit Draht, Holz und  Papier wollte der aufgetragene Gips selbst nach Tagen nicht abbinden und trocknen. Das der verwendete Gips schon längst nicht mehr brauchbar war und deshalb nicht mehr erhärtete, wusste ich damals nicht. Vielleicht hätte ich dann das Modelleisenbahnhobby weiter ausgebaut.

Später ergab sich das Interesse für Flugzeuge, aber nur für originalgetreue. Am besten eines mit Düsenantrieb oder doch ein Doppeldecker?. Die Absturzgefahr und der damit verbundene Totalverlust, sowie mangelnde Flugmöglichkeiten verhinderten die weitere Vertiefung in diesem Bereich. Beschafft hatte ich Literatur über Flugzeuge des 1. und 2. Weltkriegs und gebaut Flugzeugmodelle im M 1:100 der Firma Faller.

Ein Heft,  erschienen 1957,
Mit diesem Roman fing es an.
Ein Heft von 1954 mit einem Bauplan für ein Düsentriebwerk Ein Heft von 1970
Die Erscheinungstermine der englischen Hefte kann ich nicht mehr nachvollziehen Dies ist die 2.Auflage von 1973, Die erste war 1966 erschienen.

 

Dazwischen geraten war aber auch das Buch von Jochen Brennecke, Schlachtschiff TIRPITZ, München 1961. 

Dies erschien als Möglichkeit, fernsteuern und historisch bauen zu können. Einen Teich gab es in der Nähe. 

Da ich bis dahin noch kein Schiffsmodell gebaut hatte, wurde zum Test im Winter 1970/71 die Santa Maria (von Firma Graupner) gebaut


Wie viel Stunden ich dafür genau benötigte weis ich nicht mehr. Aus dem Prospekt sind aber die Kosten zu entnehmen.
So kostete der Baukasten 26,-DM, der Beschlagsatz 8,75DM, dazu Porenfüller , Klebstoff und Farben.

 

Links die Santa Maria auf dem Schrank. Im Schrank sind schwach die Flugzeugmodelle der Firma  Faller im M 1:100 zu sehen

 

 


Ich hatte zwar mit einem weiteren Schiff geliebäugelt, z.B. für die Fregatte Berlin, aus dem 1971 erschienenen Buch , Hoeckel, Risse von Schiffen des 16. und 17.Jahrhunderts, aber Segel anfertigen und Wanten spannen, -- - irgendwie doch nicht so das Wahre für mich. 

Mit fernsteuern war da auch nichts. Historische Segel-Schiffe fernsteuern, so was gab es damals noch nicht, bzw. war mir nicht bekannt. 

Es gab zwar Modellbauzeitschriften, die aber nicht überall zu erhalten waren. Reine Schiffsmodell-Zeitschriften gab es erst 6 Jahre später, wie aus der folgenden Übersicht zu entnehmen ist. 

links Heft 2 von 1960
rechts ein Heft von 1971

Die Modellzeitschriften beschäftigten sich zunächst in einer großen Bandbreite der Modelltechnik, spezialisierten sich später auf Eisenbahn und Flugzeugbau.

 Nach längerer Zeit ohne Schiffsmodellforum brachte das Heft Flugmodell eine Beilage über Schiffsmodellbau. 

 


Bis es Modellbauzeitschriften nur für den Schiffsmodellbau gab, dauerte noch einige Jahre. 

Zuerst auch nur im 2-Monats Rhythmus

Rechts das erste Probeexemplar der Modell-Werft

 


Links die Zeitschrift Schiffs-Modell im 11. Jahrgang, also auch schon ab 1977 erschienen, damals im 
2 Monats-Rhythmus. 

Diese Jahrgänge habe ich 1989 komplett verkauft, so dass hier nicht das erste Heft abgebildet ist.

Rechts das erste Probeheft "Der Schiffspropeller", erschienen August 1985

Zurück ins Jahr 1971:

Im Antiquariat fiel mir das Buch von Fritz Otto Busch, Schwerer Kreuzer "Prinz Eugen", erschienen 1958, in die Hände. 

Vom Namen her gefiel mir das Schiff auf Anhieb, zumal in diesem Jahr, 1971, auch der Bauplan, Schwerer Kreuzer PRINZ EUGEN von Franz Mrva , Theodor Vieweg Verlag, im Maßstab 1:200 herausgebracht wurde.

Außerdem hatte ich als Unterlagen mittlerweile die Bücher:

Cajus Bekker, Verdammte See, Stallingverlag, 1971

Fritz E. Giese, Kleine Geschichte der deutschen Flotte, o.J.

Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen, Chronik des Seekrieges 1939-1945, Oldenburg, 1968

Cajus Bekker, Die versunkene Flotte, Deutsche Schlachtschiffe und Kreuzer 1925-45, Oldenburg, 1967

Erich Gröner, Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945, Band 1, München, 1966

Profile Warship Nr. 6 , KM Prinz Eugen, Heavy Cruiser 1938-1947, Windsor, 1971
 

Zur weiteren Vorbereitung hatte ich mir die SMB-Hefte Teil1 -Teil 4 beschafft.

Heft 3 ist 1962 erschienen. In den anderen steht leider keine Jahreszahl.

Geliebäugelt hatte ich ja auch mit einem Antrieb mittels Dampfmaschine.

Zur technischen Umsetzung hätte eine Drehmaschine angeschafft werden müssen.

 

Bei diesem Gedanken blieb es auch, da die Kosten und Folgekosten (Werkzeuge und Zusatzausstattung) doch zu hoch waren.

 



Am 29.12.72 begann ich mit der Herstellung von Rumpfhälften in Gips (Positivform), im M1:100, formte davon wiederum aus Gips die Halbschalen (Negativform) für die Herstellung eines GFK-Rumpfes. 

Der Plan der PRINZ EUGEN auf der Zeichenmaschine Die Feinarbeiten an der PRINZ EUGEN
Das Transportmittel, Beifahrersitz raus, Rücksitzbank raus, so hatte die  2,13m PRINZ EUGEN in der Ente Platz Transport zum See
PRINZ EUGEN PRINZ EUGEN, im Hafenbecken

 

Die Decks stellte ich aus Resopal her, die Aufbauten und Einzelteile aus Aluminium und Messing.

 

Fertig war das Schiff nach ca. 500 Std. am 18.12.73. Die Materialkosten betrugen rund 300DM.

 

Selbstverständlich sollte das Schiff auch fernsteuerbar sein. Aktuell waren noch die Tippanlagen, sie waren nicht gerade preiswert(4-Kanal ca. 700,-DM), während die Digitalanlagen (ca. 1565.-DM) sehr teuer waren. Ich hatte mir auch schon Informationen zum Bau einer Tipp-Anlage besorgt. Dann erschien in einem Modellbauheft der Plan der Digisix Selbstbau-Propanlage mit 6 Kanälen (TELEPROP). Juni 1973 wurde sie selbstgebaut. Sie kostetet beim Versand Reuter-Elektronik Lübeck mit Zubehör 372,00DM, Fahrtregler, Ruder-Servo, Motoren, Stecker, Kabel, Akkus, und Ladegerät, 600,00DM zusätzlich.

Digisix, Sender, Empfänger, Servo, Genehmigung der Deutschen Bundespost dto. Empfänger und Sender zerlegt
Zu diesem Zeitpunkt musste noch eine Genehmigung der Deutschen Bundespost zum Errichten und Betreiben einer Funkanlage zur Fernsteuerung von Modellen eingeholt werden. Die Gebühr betrug pro Jahr 10 DM. Der Fahrtregler ist nicht mehr vorhanden - er ist später verraucht.
 

Gerade nach Fertigstellung und ersten Fahrten setzte die Diskussion über Hoheitszeichen und Flaggen ein. 
Die Darstellung von Hoheitsabzeichen und Flaggen wurden auf Bausätzen und Modellen verboten. Es mussten sogar schon ausgelieferte Baukästen von Flugzeugmodellen etc. geöffnet werden und die mitgelieferten Klebebilder entnommen werden. 
Die Fliegerkennung musste entfallen und die Flagge hätte nun auf dem Teich abgedeckt werden müssen. 

Was nun? Wie originalgetreu weitermachen?

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Stand Freitag, 13. August 2010