Aktualisiert 01.03.2015

Gaffelkutter METEOR I (ex Thistle)

Die Segeljachten der letzten deutschen Kaiserfamilie

Jürgen Schwibode

Meteor I Steuerbordansicht

Nach der Kiellegung in der Werft Henderson, Glasgow im Jahr 1886 wurde der anschließende Bau der THISTLE sehr geheim gehalten. Konstrukteur George L. Watson hatte vorher einige Zeit in den Vereinigten Staaten verbracht, um dort dem Geheimnis der schnellen Jachten auf die Spur zu kommen. Der Rumpf war komplett aus Stahl und der 70 t schwere Bleiballast wurde einfach durch eine durch die Spantenform entstandene Rille gegossen.

Galionsfigur

Der Name THISTLE kommt vom Nationalsymbol von Schottland, der Distel. Eine solche Distel schmückte den Bug des Schiffs.

Daten und Maße:

Länge über alles 35,08 m
CWL 26,31 m
maximale Breite 7,67 m
Tiefgang 3,95 m
Segelfläche 625 qm
Verdrängung 160 t
Entwurf George L. Watson
Werft Henderson, Schottland
Baujahr 1886/87

Vorschiff

Nach dem Stapellauf 1887 war die THISTLE in England und Schottland sehr erfolgreich, aber nicht in den Vereinigten Staaten. Die elegante Form gefiel Kaiser Wilhelm II so sehr, dass er 1891 die Jacht erwerben ließ. Die Jacht erhielt den Namen METEOR, inspiriert vom Namen eines erfolgreichen Kanonenbootes.

Heckaufsicht

Die Überführung der METEOR erfolgte durch eine schottische Mannschaft über die Nordsee, den Skagerrak und den Kattegat bei winterlich schlechtem Wetter. Von Kiel aus fuhr der Kaiser in einer Dampfbarkasse der METEOR entgegen, um sie dann selbst in den Kieler Hafen und dort in den Kaiserlichen Yacht-Club (heute Kieler Yacht-Club) zu segeln, wo er mit viel Pomp begrüßt wurde. Ab jetzt führte die Jacht die kurbrandenburgische Adlerflagge.

Backbordansicht

Vor der ersten Regatta wurde die METEOR etwas geleichtert und der Mast wurde gekürzt, um mehr Stabilität zu erreichen. Die Bilanz nach der Regattasaison konnte sich mit 15 Siegen sehen lassen.

Aber schon 1893 kam erneut Konkurrenz auf. Der Prinz von Wales, Eduard VII. hatte eine neue Jacht, die BRITANNIA, mit der er dem deutschen Kaiser davon fuhr. Beleidigt zog sich dieser erst einmal aus dem Regattaleben zurück, bis er fast drei Jahre später mit einer neuen METEOR, der METEOR II wieder an Regatten teilnahm.

Anfang 1896 schenkte der Kaiser die METEOR I der Marinestation Wilhelmshaven. Das Schiff wurde erneut umgetauft auf den Namen COMET und umgebaut in eine Yawl. 1921 wurde die COMET aus dem Schiffsregister gestrichen und abgewrackt.

Das Modell ist im Maßstab 1:100 gebaut worden.

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