Aktualisiert 08.12.2013

Große Leibjacht des Kurfürsten von Trier Clemens von Wenzeslaus

Gerhard Wicke

Seitenansicht BB

Angeregt durch die Artikel von Herrn Parchatka im Logbuch (Logbuch 1982/2, und Logbuch 1982/3) über die beiden Jachten des Trierer Kurfürsten reizten mich der Nachbau und auch die teilweise notwendige Rekonstruktionen der Großen Leibjacht.
Als Grundlage dienten kolorierte Zeichnungen von Hundeshagen, der die Jacht im Hafen von Wiesbaden-Biebrich wiedergibt (aus den Bestandsplänen im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden).

Seitenansicht STB

Weitere Unterstützung erhielt ich von Herrn H.W. Kuhn aus Langen, dem es aber leider nicht mehr vergönnt war mein fertiges Modell zu begutachten.
Nach dem Cameralprotokoll von 1772 hatte Clemens Wenzeslaus bereits in diesem Jahr ein neues Jachtschiff bauen und zu Ehrenbreitstein den Hafen an der Reitschule dafür auswerfen lassen.
Am 8.März 1774 aber wurde beschlossen, zwei neue Schiffe zu bauen, eine kleine Jacht sofort, für 1100 -1200 Taler, zu der von der alten alles brauchbares Material verwendet werden soll, und eine langsam auszubauende große Leibjacht.

Bugansicht

Die Entwürfe sollte Baumeister Seiz fertigen, ob dies auch auf die große Jacht zutrifft, ist zweifelhaft.

Auch über die Maße des Schiffes in Länge und Breite findet sich kaum eine Notiz; aus dem Entwurf von 1772 sind 59 Schuh (1 Koblenzer Schuh = 29,1cm) in der Länge vorgesehen; es dürfte aber die große Jacht doch wohl bedeutend länger gewesen sein.

Bugwappen mit dem Schutzkorb

Das Modell wurde im Maßstab 1:25 gefertigt und hat folgende Abmessungen.
Länge CWL : ca. 88 cm
Breite CWL : ca. 15 cm
Höhe : ca. 80 cm
Als Basismaterial wurde für die Innenausstattung Abachiholz verwendet.

Die Beplankung, die Kajüten, die Masten und weiteres Zubehör entstanden aus Birnbaumholz. Der Rumpf wurde über Spant erstellt und mit Birnbaumleisten beplankt. Die Farbgebung erfolgte nach dem mir vorliegenden Angaben aus angesprochenen Berichten und wurde mit Plakafarben durchgeführt.

Vorschiff

Das geschmiedete Geländer wurde aus Messing erstellt und gelötet, ebenso der Drahtkorb im Bugbereich zum Schutz der dortigen Verzierungen, sowie das Gestänge des Sonnensegels.

Die Verzierungen entstanden ebenfalls aus Birnbaumholz. Eine besondere Herausforderung war die große Flagge am Heck mit ihren filigranen Details und Wappen.

Als Material habe ich Seide benutzt und mit Stoffmalfarben und einem „00“er Pinsel gezeichnet. Nach einer Bauzeit von gut einem Jahr wurde die Leibjacht fertig gestellt

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